Unsere Schule
 
1993 nahm die Freie Waldorfschule Greifswald ihre Arbeit, einst noch in Klein Zastrow, auf. Recht bald wurde deutlich, dass für den weiteren Aufbau der Schule ein neuer Standort in der Universitäts – und Hansestadt gefunden werden musste. Hier bot sich eine der ehemaligen Kasernen in der Beimlerstraße an. Umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen verwandelten das Gebäude im Sinne seiner neuen Bestimmung.


Im Schulgebäude in der Hans-Beimler-Straße 79 werden derzeit die Klassen 1 bis 13 unterrichtet. Modern ausgestattete Klassenräume, Eurythmiesäle, Fachkabinette und Werkstätten, großzügig, hell und farblich gestaltet, bieten optimale Unterrichtsbedingungen für derzeit 320 Schüler. In den vergangenen Schuljahren verließen die ersten Abiturjahrgänge die Bildungseinrichtung. Für die neue erste Klasse beginnen jeweils zu Jahresbeginn die Aufnahmegespräche. Diese Aufnahmegespräche sind der Beginn einer engen pädagogischen Kooperation zwischen Elternhaus und Schule. Die Anmeldung erfolgt über das Schulbüro (Tel. 03834 /502612), worüber auch Informationsmaterial angefragt werden kann.


Zudem beherbergt das Domizil in der Beimlerstraße den Freien Waldorfkindergarten u.a. mit zwei Kleinkindgruppen sowie einen Hortbetrieb nach der Unterrichtszeit für die Klassen 1-4. Die Freie Waldorfschule ist eine öffentliche Schule in freier Trägerschaft, d.h. die rechtlichen und wirtschaftlichen Belange der Einrichtung werden von einem Trägerverein, dem Eltern und Lehrer angehören, verantwortet. In pädagogischen Belangen verantworten die tätigen Lehrer die Ziele und Methoden der von Rudolf Steiner begründeten Waldorfpädagogik. Die Greifswalder Schule ist Mitglied im Bund der Waldorfschulen, der gegenwärtig 208 Schulen in Deutschland eint.


Alle Waldorfschüler in M/V werden nach der 12. Klasse zur Realschulprüfung oder zur Feststellung der Berufsreife zugelassen. Schüler mit qualifiziertem Realschulabschluss erwerben die Zugangsberechtigung zur Sekundarstufe II und bereiten sich in der 13. Klasse auf das Abitur vor, bzw. erhalten den schulischen Teil der Fachhochschulreife anerkannt. Das differenzierte Bildungsangebot der Schule zeigt sich in einem umfangreichen Fächerkanon. Neben allen naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Fächern wird Unterricht in Gartenbau, Werken, Plastizieren, Eurythmie, Handarbeit, Schreinern, Kupfertreiben, Bildhauen, Schneidern und Zeichnen erteilt. Chor- und Orchesterarbeit sind wesentliche Bestandteile der musikalischen Bildung. Verschiedene Praktika (Landbau, Feldmessen, Sozialpraktikum u.a.) ergänzen den Unterricht der Oberstufenzeit.


Die Fremdsprachen Englisch und Russisch werden von der 1. Klasse an unterrichtet. Ab Klasse 9 kann das Fach Latein als 2. oder 3. Fremdsprache gewählt werden. In differenzierten Sprachkursen werden die Schüler der Oberstufe auf ihrem individuellen Leistungsniveau unterrichtet.






Die Schulkonzeption sieht vor, dass alle Schüler, unabhängig von der Wahl des ihnen gemäßen Abschlusses, gemeinsam den Weg von der 1. bis zur 12. Klasse gehen. Unterschiedliche Begabungen und individuelle Anlagen der Schüler werden nicht zuletzt durch den breiten und vielseitigen Fächerkanon gefördert. In diesen Jahren wächst eine soziale Gemeinschaft mit Verwurzelung und Beständigkeit heran, die im Schüler Kompetenz für späteres soziales Handeln reifen lässt. Vordergründiges Ziel dieses Bildungsweges ist nicht die Erlangung der gleichwertigen staatlichen Abschlüsse, diese sollen wie selbstverständlich mit erworben werden, damit der Schüler sicher gerüstet ins Leben treten kann; vielmehr steht die Entfaltung der Persönlichkeit mit ihren zutiefst individuellen Anlagen im Vordergrund der pädagogischen Bestrebungen.

Die Waldorfschule steht allen interessierten Menschen zu Schulfeiern, Theateraufführungen, Vorträgen, Ausstellungseröffnungen und Informationsveranstaltungen offen. Der Saal, der sich unter der weithin sichtbaren Dachkonstruktion befindet, ist nach seiner Fertigstellung im Begriff, ein Ort lebendigen künstlerischen Schaffens, auch über den schulischen Rahmen hinaus zu werden.
R. Walter




Informationen über die Freie Waldorfschule Greifswald - Häufig gestellte Fragen:



Aufnahme in die Schule
In die 1. Klasse können prinzipiell alle Kinder aufgenommen werden, die die Schulreife erlangt haben. Ein intensives Aufnahmegespräch, das in der Regel im Frühjahr vor der Einschulung stattfindet, sichert den Beginn der pädagogischen Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule. Für die Aufnahme eines Kindes gelten ausschließlich pädagogische Kriterien.

In höhere Klassen können Schüler gleichfalls aufgenommen werden, wenn es noch Kapazitäten gibt. Für einige Klassenstufen sind Wartelisten eingerichtet worden, um Aufnahmeanträgen zu einem späteren Zeitpunkt gerecht werden zu können. Dem Eintritt in die Schule folgt eine Probezeit, in der das Schulverhältnis von beiden Seiten auch kurzfristig gelöst werden kann.

Anmeldung
Über das Schulbüro können Sie wochentags zwischen 8.00 und 16.00 Uhr Informationsmaterial zu den Grundlagen der Waldorfpädagogik anfordern. Auf Wunsch erhalten Sie auch einen Aufnahmeantrag bzw. einen Termin für ein Informationsgespräch mit dem entsprechenden Klassenlehrer oder -betreuer der Oberstufe.

Elternbeitrag
Als Schule in freier Trägerschaft erhält die Freie Waldorfschule Greifswald nur einen Teil der vergleichbaren Personalkosten als Zuschuss aus Landesmitteln. Für die Differenz regelt der Gesetzgeber einen Ausgleich durch Elternbeiträge, die so gestaltet sein sollen, dass keinerlei soziale Sonderung auf dem Bildungsweg stattfinden kann. Die Elternbeiträge werden von der Mitgliederversammlung des Trägervereins, dem Eltern und Lehrer gleichermaßen angehören, festgelegt. Sie betragen zur Zeit:

für das 1. Kind einer Familie 131,- Euro pro Monat
für zwei Kinder einer Familie 173,- Euro pro Monat
für drei und mehr Kinder einer Familie 199,-Euro pro Monat

Für Eltern, die ihren Beitrag nicht in voller Höhe entrichten können, existiert ein Minderungsverfahren, das vom Sozialkreis betreut wird.

Verkehrsanbindung
Die Freie Waldorfschule Greifswald liegt in unmittelbarer Nähe zum Südbahnhof ( 5 Minuten Fußweg ). Züge aus Richtung Usedom, Anklam und Stralsund ermöglichen vielen Schülern eine direkte Anfahrt. Weiterhin gibt es bestehende öffentliche Busverbindungen und solche, die von den Eltern als Schülerbeförderung eingerichtet worden sind. Dies betrifft die Anfahrt von Grimmen, Landkreis NVP, Rügen, Landkreis Demmin und Ostvorpommern. Genaue Informationen über die Schülerbeförderung erhalten Sie im Schulbüro, wo auch die Fahrausweise ausgestellt werden.

Hortbetreuung / Mittagessen
Für die Schüler der ersten bis vierten Klasse gibt es die Möglichkeit den Hort, der sich im Schulhaus befindet, bis 17 Uhr zu besuchen. Fahrschüler nehmen im Regelfall einen Teilzeitplatz, etwa bis 14.00 Uhr, in Anspruch.
Im Haus gibt es einen Speiseraum sowie eine Ausgabeküche. Schüler aller Klassenstufen können am Schulessen teilnehmen, das von einem Unternehmen angeliefert wird. Zwei Wahlessen sind im Angebot, der Verkauf der Essenmarken wird in den Klassen organisiert und mit der Ausgabeküche abgestimmt. Für die Schüler der Klassen 1-3 wird ein selbst gekochtes Bio-Essen angeboten.

Schulabschlüsse an der Freien Waldorfschule Greifswald
Obwohl es keine ureigene Aufgabe der Waldorfschule ist, Schüler auf staatlich anerkannte Abschlüsse vorzubereiten, steht allen Schülern die Möglichkeit offen, sich der jeweiligen Begabung entsprechend, zentralen Prüfungen für alle Schulabschlüsse zu stellen. Auf diese Prüfungen werden die Schüler der 12. und 13. Klasse dann im Rahmen des Unterrichtes zielgerichtet vorbereitet.

Zentrale Prüfungen beginnen frühestens mit dem Ende des 12-jährigen Lehrplans der Waldorfschule. Dann entscheiden die individuellen Möglichkeiten jedes Schülers über die Wahl des Abschlusses.

1. Berufsreife mit Leistungsfeststellung
2. Mittlere Reife
3. Fachhochschulreife (schulischer Teil)
4. Allgemeine Hochschulreife (Abitur)


Für die Fachhochschulreife (schulischer Teil) und das Abitur ist der Besuch der 13. Klasse, der sogenannten Qualifizierungsphase, notwendig. Das Abitur wird nach erfolgreicher Prüfung in vier schriftlichen sowie vier mündlichen Fächern vergeben, wobei zwei der schriftlichen Prüfungen auf Hauptfachniveau absolviert werden müssen. Näheres regelt die Verordnung über das Abitur an Freien Waldorfschulen, die vom Bildungsministerium M/V auf der Grundlage der KMK-Vereinbarungen im Jahre 2006 novelliert in Kraft gesetzt wurde.

Die Eingangsvoraussetzungen für die 13. Klasse ergeben sich aus der Prüfung zur Mittleren Reife, die mit dem Prädikat „gut“ und einer 2. Fremdsprache absolviert werden muss. Auch für die Mittlere Reife sind zentrale schriftliche Prüfungen in vier Fächern zu absolvieren, hinzu kommen mindestens zwei mündliche Prüfungen. Das Zeugnis zur Mittleren Reife wird erteilt, wenn Jahresleistungen und Prüfungsergebnisse zum Prädikat „bestanden“ führen.

Schüler, deren Begabungen mehr im Praktischen liegen, können sich zur Berufsreife-Prüfung anmelden. Dieser neue Prüfungstyp betont die handwerklich-technologischen Fächer, fordert aber auch zentrale schriftliche Prüfungen in Deutsch und Mathematik. Bei der Ausgestaltung des mündlichen Prüfungsteils konnten die Freien Waldorfschulen im Land ihre Profile im Bereich der handwerklichen, technologischen und künstlerischen Fächer einbringen. Die Berufsreife wird erteilt, wenn die Leistungsfeststellung mit dem Prädikat „bestanden“ absolviert wurde. Näheres regelt die Verordnung über den Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I an Waldorfschulen in M/V vom April 2006.

In allen genannten Prüfungsverfahren, die von der Unteren Schulaufsicht hoheitlich betreut werden, erhalten die Schüler gleichwertige, staatlich anerkannte Abschlüsse. Die Verfahren selbst sind nach entsprechenden Novellierungen nunmehr ausgewogen und vergleichbar mit den Anforderungen an staatlichen Schulen.

Seit dem Schuljahr 2002/03 werden an unserer Schule zentrale Prüfungen mit Erfolg durchgeführt. In diesem Jahr bereitet sich der vierte Jahrgang auf die Abiturprüfungen vor.

R. Walter